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Zink

Bau dir eine Mauer aus Zink

Am 19.Mai 1845 stach der britische Polarforscher John Franklin mit zwei Segelschiffen und rund 130 Mann Richtung Nordpol in See, um die NordWestPassage zu finden. Niemand überlebte. Als Grund wurde lange Bleivergiftung vermutet, wegen der Konservendosen. Seit Keith Millar von der University of Glasgow aber den Fingernagel des Matrosen John Hartnell unter die Lupe nahm, ist klar: Es war Zinkmangel. Fehlt Zink, wird der Mensch anfällig für Infektionen, für Lungenentzündung. Im Eis führt das schnell zum Tod.

Das wichtigste Immun-Spurenelement

Zum Leben brauchen wir Vitamine & Co. Und Co ist zum Beispiel Zink, das Immun-Spurenelement schlechthin. Zink zählt zu den essenziellen Spurenelementen, müssen wir also essen, macht unser Körper nicht selbst. Für das Immunsystem ist Zink so wichtig, weil es

  • in mehr als 300 Enzymen enthalten ist, darunter viele mit antioxidativer Wirkung, die Zellen schützen 
  • beim Aufbau neuer Zellen und beim Zellwachstum hilft (Proteinsynthese)
  • bei der Wundheilung hilft (deshalb die Zinksalbe, das Zinkpflaster)
  • den T-Zellen beim Reifen hilft und ihre Zahl vermehrt, so dass das mehr Immunzellen Krankheitserreger vernichten, Parasiten bekämpfen, infizierte Zellen finden und entsorgen,
  • bei Krebspatienten die körpereigene Bildung von Interferon erhöht (ein Zytokin, also Botenstoff, der sich auf verschiedene Zellen setzen und die Immunreaktion steuern kann),
  • bei Aidspatienten die Zahl der T-Immunzellen erhöht,
  • bei Herpespatienten die Heilung unterstützt,
  • vermutlich sogar in der Lage ist, sich direkt an die Hüllenproteine von Schnupfenviren anzuheften, so dass diese nicht mehr in unsere Zellen eindringen und sich deshalb auch dort nicht mehr vermehren können.

Zink repariert Immunzellen

Janet King vom Nutrition and Metabolism Center (Children’s Hospital Oakland Research Institute) im kalifornischen Oakland konnte in einer Studie zeigen, dass Zink das Erbgut der Lymphozyten (B-Zellen, T-Zellen, Killerzellen),  der Monoxyden (daraus entstehen die Makrophagen, die Tatortreiniger bei Infektionen) und der Granulozyten, die Krankheitserreger direkt angreifen. Die DNA dieser Immunzellen ging also weniger oft zu Bruch, und sie wurde häufiger repariert. Und das nach sechs Wochen Einnahme von vier zusätzlichen Milligramm Zink pro Tag. Das Besondere an dieser Studie:  Hier wurde nicht gefragt, wie man sich denn nun fühlt, hier wurde im Blut nachgeschaut. Im Labor. Zink bringt also etwas, bewiesen.

Zink

Um auf den Matrosen zurückzukommen: Woher kam der Zinkmangel? Nun, in Dosenfutter war damals leider mehr Blei als Zink. Zink steckt in Fleisch und Käse, auch in Meerestieren und Milch, in Gemüse, Pilzen, Sesamöl, Mohn und Nüssen. Vegetarier leiden oft an Zinkmangel, weil der Koerper das Element aus Pflanzen schlechter aufnehmen kann als aus tierischen Lebensmitteln. Und wie bei so vielen wundersamen Vorgängen im Koerper kommt es weniger auf ein einzelnes Element an, als auf die Gesamtheit der immunfördernden Vitalstoffe: Neben Zink sind das vor allem Eisen und die Vitamine A, C und E. Dass Sie diese zusammen einnehmen sollten, ist spätestens seit der oft zitierten verheerenden Raucherstudie klar, bei der Betacarotii ohne Vitamin C verabreicht wurde und, wen wundert’s, eher schadete als nutzte. Kurz: Vitamin C ist schon als Einzelkämpfer unerreicht. Im Team mit ACE ist es noch besser. Und mit Zink noch mehr.

Infekt im Anmarsch? 10 mg Zink aller 2 Stunden. Plus 1000 mg Vitamin C. Hilft.

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