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Vitamin C: Warum wir es brauchen

Was Vitamin C kann

C6H8O6 ist die einfache chemische Formel der Ascorbinsäure, des Vitamin C. Es gibt noch weitere ähnliche Moleküle, die Vitamin C-ähnliche Wirkungen zeigen, und diese Vitamingruppe ebenfalls zugeordnet werden.

Vitamin C wird bereits von der Mundschleimhaut aufgenommen und dem Stoffkreislauf zugeführt, ausserdem vom Zwölffingerdarm und Dünndarm. Vitamin C ist ein gutmütiger Alleskönner: Der Wirkstoff ist an sehr vielen Vorgängen in unserem Körper beteiligt und kann uns, wie wir gleich sehen werden, vor unzähligen Krankheiten schützen. Gleichzeitig ist es nicht möglich, zu viel Vitamin C aufzunehmen. Das Vitamin ist wasserlöslich. Alles was nicht gebraucht wird, kann über die Nieren ausgeschieden werden.

Trotzdem fällt es dem Körper schwer, sehr viel Vitamin C auf einmal zu verarbeiten. So haben einige Studien gezeigt, dass  wir ab einer oralen Zufuhr von einem Gramm Vitamin C nur noch ungefähr die Hälfte resorbieren können, bei 12 Gramm sind es nur noch 16 Prozent. Die Zusammenhänge sind hier aber noch nicht vollständig aufgeklärt. Werden etwa bei einer Krebsbehandlung sehr hohe Dosen gebraucht, kann es deshalb sinnvoll sein, Vitamin C als Infusion direkt in die Blutbahn zu geben.

Die Gesamtmenge von Vitamin C in unserem Koerper beträgt nur 1,5 bis 3 Gramm, weil Vitamin C permanent  im Einsatz ist und recht schnell zerfällt. Daher ist eine ständige Zufuhr von Vitamin C so wichtig. Konkret heisst das: Lieber drei mal eine geringere Dosis einnehmen als einmal am Tag eine grosse Dosis.

Besonders hohe Konzentrationen von Vitamin C finden sich übrigens im Gehirn, der Nebenniere, in den Augenlinsen, der Leber in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), in der Milz, der Lunge und in den weissen Blutkörperchen (Leukozyten). Kein Wunder also, dass hohe Vitamin C-Gaben an genau diesen Stellen im Körper oft dabei helfen können, Krankheiten zu vermeiden oder zu heilen. Dazu später mehr.

Viel hilft viel?

Wieviel Vitamin C brauchen wir? Das ist individuell sehr unterschiedlich. Es heisst zwar, der Koerper habe unter normalen Bedingungen einen Bedarf von etwa 40 Milligramm Vitamin C täglich. Doch wenn wir krank werden oder gestresst sind, brauchen wir viel mehr Vitamin C. Wer raucht oder Alkohol trinkt, braucht noch viel mehr. Wer mit Allergien zu kämpfen hat, braucht ebenfalls mehr Vitamin C.

Der Chemiker und zweifache Nobelpreisträger Professor Linus Pauling war Pionier in der Anwendung von Vitamin C in hoch dosierter Form bei Erkältungskrankheiten und Krebs. Die medizinische Fachwelt hat ihn zunächst nicht ernst genommen, doch ausgerechnet der Spiegel berichtete am 22.01.1973 unter dem Titel „Grosses Kaliber“ relativ neutral über das damals noch recht junge Gebiet der orthomolekularen Medizin. Pauling Behandlungen mit „Megavitaminen“ und über Studien, die Pauling’s Strategien bestätigten. Bis heute bestätigen zunehmend mehr Studien die positive Wirkung von Vitamin C bei der Bekämpfung von wichtigen Zivilisationskrankheiten.

Wichtig ist hier wieder die Komplexität des Zusammenspiels: Vitamin C steht in engen Wechselwirkungen mit Vitamin E, Flavonoiden, Vitamin B2-haltigen FDH2, eisenhaltigen Cytochrom und weiteren Stoffen. Die positive Wirkung von Vitamin C ist erheblich eingeschränkt, wenn die benötigten weiteren Stoffe als Reaktionspartner fehlen.

Vitamin C

Schützt vor Skorbut und Zahnausfall

Wenn wir Vitamin-C-Mangel hören, denken wir noch immer an die Seefahrerkrankheit Skorbut. Sie tritt zwar heute so gut wie garnicht mehr auf, doch die schaurigen Bilder von zahnlosen Piraten und entkräftet an Deck dahinvegetierender Matrosen (die wir oft aus Kinderbüchern kennen), die vergessen wir nicht. Doch warum führt Vitamin C Mangel überhaupt zu Zahnausfall?

Der Grund ist ein Strukturprotein des Bindegewebes, das auch Kollagen genannt wird. Normalerweise sind Kollagenfasern durch Querverbindungen vernetzt, das Bindegewebe ist dann stark und gesund. Fehlt Vitamin C, ist die Synthese der Kollagenfasern gestört, die Fasern werden nicht mehr richtig vernetzt. Es kommt zu Schleimhautblutungen, Blutung in der Muskulatur, zu schlechter Wundheilung und brüchigen Kapillaren. Das Gewebe wird so instabil, dass es die Zähne nicht mehr fest umschließen kann. Sie lockern sich, dann fallen sie aus.

Keine Sorge vor Mangel: Die genannten Symptome treten nur bei extremen Vitamin-C-Mangel auf. Trotzdem ist es gut, die Zusammenhänge zu kennen. Denn Vitamin C hilft auch bei „normalen“ Zahnfleischbluten. Und auch gegen Bindegewebsschwäche in den Knochen, Knorpeln, Sehnen, Bändern und in der Haut.

Alleskönner Vitamin C

Eine der wichtigsten Funktionen von Vitamin C ist die antioxidative Wirkung im wasserlöslichem Umfeld, also im Raum zwischen den Zellen. Vitamin C reagiert  hier mit den freien Radikalen und wird dabei selbst in seiner Struktur verändert. Mit Hilfe von anderen Antioxidantien wie Vitamin E oder Flavonoiden kann Vitamin C regeneriert werden und ein weiteres freies Radikal unschädlich machen.

*** Im Detail funktioniert das ganz erstaunlich: Vitamin E übernimmt die Jagd auf freie Radikale in den fettigen Zellmembranen, Vitamin C übernimmt die gleiche Aufgabe im wässrigen Raum.  Hat Vitamin E ein freies Radikal unschädlich gemacht, kann es sich mithilfe von Vitamin C regenerieren. Hat Vitamin C ein freies Radikal abgefangen, bringt es sich mithilfe von Vitamin E wieder in seine aktive Form. Solange dieses Zusammenspiel funktioniert, sind unsere Zellen geschützt. Ist zu wenig Vitamin C  oder Vitamin E vorhanden, können sie zerstört oder krankhaft verändert werden. Zur Bekämpfung von freien Radikalen sind daher immer beide Vitamine erforderlich.

*** Vitamin C ermöglicht ausserdem eine fünffache erhöhte Aufnahme von Eisen aus der Nahrung. Das ist wichtig, weil wir es fuer viele Prozesse im Organismus brauchen.

*** Vitamin C hilft bei der Entgiftung des Körpers. Es aktiviert ein Enzym in der Leber, das unser Blut von Umweltgiften, Medikamenten und Schwermetallen reinigt (die Gifte werden dann über den Urin ausgeschieden). Raucher haben zum Beispiel erhöhten Vitamin C Bedarf, weil sie über den Zigarettenrauch das giftige Schwermetall Kadmium aufnehmen, das anschliessend mithilfe des Vitamins wieder aus dem Körper geschleust werden muss. Von starken Rauchern ist bekannt, dass sie praktisch kein Vitamin C im Blut haben.

*** Zusammen mit dem Vitamin B6 und einem weiteren Stoff ist Vitamin C an der Herstellung einer wichtigen Substanz beteiligt, die im Fettstoffwechsel benötigt wird. Bei zu geringen Vorräten von Vitamin C kann der Koerper nicht von der Verbrennung von Kohlenhydraten auf die Fettverbrennung umschalten. Das ist essentielles Wissen für alle Menschen, die abnehmen wollen.

*** Vitamin C reguliert auch den Abbau von Cholesterin zu Gallensäure. Bei Vitamin-C-Mangel steigt also Ihr Cholesterinspiegel.

*** Auch die Innenwände der Blutgefäße bleiben bei einem hohen Vitamin-C-Spiegel gesund, das Risiko fuer Arteriosklerose sinkt.

*** Vitamin C spielt ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Regulation des Histaminspiegels. Wir erinnern uns Histamin ist ein im Körper natürlich vorkommender Stoff zur Abwehr von Fremdkörpern. Bei Allergien bekämpft der Körper Stoffe wie Pollen oder Nahrungsmitelbestandteile mit Histamin, was er eigentlich nicht tun sollte. Vitamin C beschleunigt den Abbau von Histamin und ist daher bei Behandlungen von Allergien förderlich.

*** das Nervensystem benötigt ebenfalls Vitamin C, es ist an der Herstellung von Stoffen beteiligt, die Infrmationen im Nervensystem weitertransportierten. (Neurotransmitter)

*** Vitamin C ist an der Synthese von Noradrenalin aus Dopamin beteiligt. Nach einem weiteren Umwandlungsprozess entsteht Adrenalin aus Noradrenalin. Beide Hormone spielen bei der Reaktion auf Stress eine bedeutende Rolle. Studien haben gezeigt, dass wir bei einer optimalen Vitamin-C-Versorgung weniger stark auf Stress reagieren als bei Vitamin-C-Mangel.

*** Das Immunsystem wuerde ohne Vitamin C aufgrund seiner vielfältigen Wirkweisen garnicht funktionieren. Vitamin C steigert die Abwehr von Viren, stimuliert die Bildung von Antikörpern und schützt das Bindegewebe, indem es einen Stoff neutralisiert, der bei der Immunabwehr von Mikroorganismen entsteht.

*** Vitamin C ist an vielen weiteren Reaktionen beteiligt, doch die Forschung hierzu ist noch lange nicht abgeschlossen.

Die lange Auflistung verdeutlicht, wie wichtig eine ausreichende Versorgung mit Vitamin C ist. Und wie wirksam in Einzelfällen eine Therapie mit hochdosiertem Vitamin C unter ärztlicher Betreuung sein kann. Wenn möglich sollte allerdings viel natürliches Vitamin C aufgenommen werden, da in Gemüse und Obst eine natürliche Mischung der verschiedenen Formen von Vitamin C, seinen Vorstufen und Flavonoiden vorkommen. Ähnlich wie Vitamine E können auch Flavonoiden das Vitamin C wieder aktivieren, das bereits in der Abwehr von freien Radikalen aktiv war.

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